Kindertreff zu und nu? - Tipps für Euch und Eure Eltern

16.03.2020

Kindertreff zu und nu? - Tipps für Euch und Eure Eltern

Auch unser Kindertreff ist derzeit geschlossen. Hier sind einige Tipps von Mirjam Gotter für Eltern und Kinder in dieser schweren Zeit:

#CopingCoronaLogoutWithKids Enable JavaScript to view protected content.
Ich arbeite im kinderpsychologischen Bereich und habe aus dieser Perspektive ein paar Ideen für den
Umgang während des „Corona-Logouts“ von Bildungseinrichten für Familien mit Kids zusammengetragen.
Sucht euch ein paar Hinweise raus, ergänzt sie und streicht Hinweise raus, die nicht zu euch passen J .
Im Familienrat wird beschlossen…
Macht gemeinsam mit euren Kids einen Familienrat und besprecht mit Hilfe der Fragen und Gedanken die
nächsten zwei Wochen. Schreibt eure Antworten auf (z.B. mit der MindMap-Methode)
1.) Was bedeutet das Corona-Schul/Kita/Uni-Logout für uns alle, worauf müssen wir Acht geben?
® habt Mut, die Zeit als P-A-U-S-E von den alltäglichen Rhythmen, Zwängen, etc. zu sehen und
die Entschleunigung für euch alle als Chance zu sehen. Jetzt könnte Zeit für ein paar Dinge sein,
die ihr schon immer mal zu Hause bzw. mit euren Kids machen wolltet J .
® Wenn eure Kids keinen Bock auf regelmäßiges Händewaschen haben, dann macht ein Spiel
draus. Für jedes Händewaschen gibt es einen kleinen Sticker, mehrmaliges Händewaschen in einer
Stunde ist aber verboten ;-) . Wer bis abends keine 10 Sticker hat, muss z.B. den Abendbrottisch
allein abräumen hier ganz wichtig: altersgerechte Konsequenz suchen ;-) ).
2.) Auflisten: Was fällt alles aus, bzw. kann in den nächsten zwei Wochen nicht stattfinden?
3.) Brainstorming: Wie können wir die Zeit zu Hause gut nutzen?
® Wer hat worauf Lust?
® Was kann ich, was kannst Du allein machen?
® Was wollen wir zusammen machen?
4.) Besprecht einen gemeinsamen Tagesplan – mit gemeinsamen Mahlzeiten, Ruhe-/Alleinzeiten
(unbedingt! z.B. Mittagsruhe einführen).
® Setzt Fernsehzeiten gezielt ein und gebt denen einen Bedeutung z.B. nach dem
Frühstück gibt es ne gemeinsame youTube-Video-Sportzeit, nach einer kurzen Pause folgt
eine WissensShow – dann ist der TV erstmal aus. Abends darf abwechselnd jeder mal
bestimmen, was geschaut wird, etc.
® Holt die OldSchool-Beschäftigungen wieder raus = Brettspiele, Bilder ausmalen, Stadt-Name-
Land-Spiele, Fotoalbum gestalten, Lego bauen, etc.
5.) Plant für maximal 2 Wochen – und beendet den Abschnitt mit einer kleinen für den Abend des
„CopingCoronaLogoutWithKids“- Party.
® Plant z.B. erstmal nicht über den 27.3 hinaus. Das würde nur zu Grübeleien und unnötigen
Spekulationen führen.
6.) Überlegt gemeinsam, wer welche Freunde/Familien sehen möchte, plant das in den zwei
Wochen gut ein
® Empfehlung: Nachmittage für Besuchszeiten nutzen, da wird die tägliche Langeweile am
größten sein. Außerdem können sich die Kids schon morgens auf die Besuchszeit freuen.
7.) Erledigt eure Haushaltspflichten gemeinsam mit euren Kids.
Habt Mut, es als ein Spiel zu sehen J .
® Beispiele: Frühjahrsputz mit Musik, Kleiderschrank ausmisten – mit Modenschau, Bad putzen –
der mit Detektivspielen: Wer findet die meisten Schmutz-Stellen?
8.) Überlegt euch gemeinsam Alternativen zu Veränderungen
® z.B. : “Opa können wir gerade nicht besuchen – er gehört in der Risikogruppe. ABER Du darfst
ihn am Sonntag und am Mittwoch anrufen.“
® statt in die Schule gehen, halten euch die Kids kleine PowerPoint-Vorträge– oder ihr denen J
9.) Sucht gemeinsam nach gesunden „Durch-Dreh-Möglichkeiten
® z.B. 20 x wie Rumpelstilzchen auf der Stelle trampeln, mit ner Plastikflasche auf ein Kissen
schlagen, 15 Kniebeugen machen und dabei laut Eissorten schreien
10.) Schließt die Abende mit einer gemeinsamen Rückschau ab: „Was war heute richtig doof?“,
“Was war richtig toll?“ -> schreibt das auf J .
® Für Kreativ-Engagierte: Macht daraus ein gemeinsames Bilder-/Foto-Album über
„Unsere zwei Wochen des CoronaLogouts“
Dos & Don´ts
Dos Don`ts
…wenn schöne Dinge abgesagt werden müssen…
Nehmt euch kurz Zeit zum Ab-trauern.
Ist ja wirklich schade, wenn schöne Dinge nicht
stattfinden, auf die sich lange gefreut und
vorbereitet wurde.
Sprüche wie: „Da musst Du jetzt eben durch“,
„Sonst werden wir alle dolle krank“, „Reiß Dich
zusammen“, etc. führen nur zu noch mehr Frust
und Unmut, also nicht anwenden!
Jedes Kind will sich erstmal verstanden fühlen.
Zeit gestalten
• Traut euren Kids Ideen und Kreativität zu und
schreibt diese auf – selbst wenn ihr nicht alle
umsetzt, wird es euch ein Gutes Gefühl geben,
dass es Möglichen gibt J .
• Setzt zusammen einen Tagesplan auf, der zu
euch als Familie passt.
• Habt auch Mut, ihn immer wieder anzupassen –
aber verändert ihn nicht stündlich ;-) .
• Lebt einfach so in den Tag hinein – das wird zu
Chaos und Langweile führen
• Bestimmt immer alles – das wird eure Kids
nerven, und sie werden sich wehren
…Corona thematisieren?
• Auf jeden Fall! Wenn es euch schwerfällt, die
Situation mit eigenen Worten kindgerecht zu
erklären, dann schaut gemeinsam z.B. Kinder-
Nachrichten (wie Logo)
• Nehmt euch Zeit, um mögliche Fragen eurer Kids
gemeinsam zu besprechen
• Macht dann gemeinsame „Über-Corona-reden“-
oder „Corona-recherchier-Pausen“ und haltet
euch selbst dran.
• Corona verschweigen – das führt zu noch
mehr Unsicherheit.
• Panik machen – das verstärkt die Ängste und
verhindert das Finden von kreativen
Problemlösungen, die ihr für die Corona-
Logout-Bewältigung aber braucht.
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