Angedacht

Mauer

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“ - so sagte es Walter Ulbricht, kurz bevor er am 13. August 1961 in Berlin die Mauer bauen ließ. Den Menschen in der DDR wurde die letzte Möglichkeit zur Flucht verbaut. Familien und Freunde wurden für viele Jahre getrennt, persönliche und berufliche Pläne von ungezählten Menschen zerstört. Wer dennoch über die Mauer wollte, musste mit schlimmen Konsequenzen rechnen. Noch Ende der 1980er Jahre sagte man uns, die Mauer werde noch hundert Jahre stehen. Doch dann kam der 9. November 1989 und alles wurde anders. In einigen Wochen jährt sich die deutsche Einheit nun schon zum 30. Mal. Mauererfahrungen haben Menschen immer wieder gemacht. Schon Israels König David hat vor 3000 Jahren einiges erlebt. Doch er konnte in einem Lied sagen: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ (Psalm 18,30). Wie kam er dazu? Er wusste, das die Großen unserer Welt nicht die Größten sind. Er hatte erfahren, das sein Leben in Gottes Hand ist, das Gott das letzte Wort spricht und das auf dieses Wort Verlass ist. In den 1980er Jahren sangen wir in den Jungen Gemeinden das Lied von Theo Lehmann, in dem es heißt: „Freiheit wird dann sein, herrlich wird es sein, Freiheit wird dann sein, wenn Jesus wiederkommt. Kein Leid und keine Mauer, kein Schmerz und keine Trauer. Freiheit wird dann sein, wenn Jesus kommt“. Mit Gott über Mauern springen – gemeint war damit nicht der Sprung in den Westen, sondern in die Freiheit der Kinder Gottes und das ist heute genauso möglich. Heute will Jesus in unser Leben hineinkommen. Er hat die Mauer, die uns von Gott trennt, am Kreuz durchbrochen. Mit seiner Hilfe können wir Mauern, die uns voneinander trennen, abreißen.

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Ralf Gotter
Vorsitzender
Telefon: 03762 / 4 21 96
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